Bouldern vs. Klettern: Welcher Sport passt eigentlich zu mir?
Du stehst vor der Wand. Überall bunte Griffe, Menschen mit weißen Händen und eine Energie, die ansteckend ist. Der Klettersport boomt wie nie zuvor! Doch als Neuling steht man oft vor der ersten großen Frage: Soll ich Bouldern gehen oder "richtig" Klettern? Ist das nicht dasselbe? Ganz und gar nicht! Wir klären auf, wo die Unterschiede liegen, was du brauchst und welcher vertikale Sport dein neues Hobby wird.
Der offensichtliche Unterschied: Seil oder Matte?
Der größte Unterschied fällt sofort ins Auge: Die Höhe
Bouldern (englisch "Boulder" = Felsblock) findet in Absprunghöhe statt. In der Halle kletterst du meist bis maximal 4,5 Meter. Fällst du, landest du weich auf dicken Weichbodenmatten. Kein Seil, kein Gurt, kein Knoten.
Seilklettern (Sportklettern) geht hoch hinaus. Hallen sind oft 15 bis 20 Meter hoch. Hier ist die Sicherung überlebenswichtig. Du trägst einen Klettergurt und bist über ein Seil mit deinem Partner am Boden verbunden.
Bouldern: Das spielerische Kraftpaket
Bouldern ist der unkomplizierteste Einstieg. Du brauchst fast nichts: Schuhe an, Chalk (Magnesia) an die Hände und los. Beim Bouldern geht es oft um knifflige Bewegungsabläufe – man nennt die Routen deshalb auch "Probleme", die es zu lösen gilt.
Warum du Bouldern lieben wirst:
✅ Maximale Kraft & Dynamik: Die Züge sind oft intensiver und athletischer.
✅ Alleine möglich: Du brauchst keinen Sicherungspartner. Geh einfach in die Halle, wann du willst.
✅ Kommunikativ: Man sitzt oft gemeinsam auf der Matte, tüftelt an einer Route und feuert sich an.
Klettern: Der Flow in der Höhe
Klettern ist Ausdauer. Während ein Boulder oft nur 5 bis 8 schwere Züge hat, machst du an der hohen Wand 30, 40 oder mehr Züge am Stück. Es geht darum, die Kraft einzuteilen und die Angst vor der Höhe zu überwinden.
Warum du Klettern lieben wirst:
- Adrenalin & Kopfkino: Nichts schlägt das Gefühl, wenn du in 15 Metern Höhe den letzten Griff erreichst ("Top").
- Teamwork: Du musst deinem Partner zu 100% vertrauen. Das schweißt zusammen.
- Ausdauer: Ein Ganzkörper-Workout, das dich richtig auspowert.
Wichtig: Für das Seilklettern brauchst du in fast allen Hallen einen "Kletterschein" (Sicherungskurs), um zu beweisen, dass du die Knoten und Geräte beherrschst.
Fazit: Welcher Typ bist du?
Bist du eher der Tüftler, der gerne an seine Maximalkraft geht, es unkompliziert mag und auch mal spontan alleine Sport machen will? Dann ab in die Boulderhalle!
Suchst du das Abenteuer, willst deine Höhenangst besiegen, liebst Ausdauer-Sport und hast einen festen Partner, auf den du dich verlassen kannst? Dann ist das Seilklettern dein Ding.
Unser Tipp: Mach beides! Viele Kletterer bouldern, um Kraft zu trainieren, und gehen ans Seil für die Ausdauer.
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