7 Dinge, die ich gerne gewusst hätte, bevor ich meinen ersten Lost Place betreten habe
Der Reiz des Verfalls ist magisch. Alte Villen, in denen noch die Kaffeetassen auf dem Tisch stehen, verlassene Industriegiganten oder moosbewachsene Freizeitparks. Doch mein erstes Mal "Urban Exploring" war... sagen wir mal, lehrreich. Ich habe Fehler gemacht, die gefährlich waren. Damit dir das nicht passiert, teile ich hier meine sieben wichtigsten Lektionen.
1. Es ist illegal (meistens) – und du musst damit umgehen können
Machen wir uns nichts vor: Das Betreten von fremden Grundstücken ist in Deutschland Hausfriedensbruch (§ 123 StGB). Es gibt kein "verlassenes Eigentum" im rechtlichen Sinne. Jedes Grundstück gehört jemandem.
Was ich gelernt habe: Breche niemals ein! Wenn eine Tür offen steht oder ein Loch im Zaun ist, ist das Betreten zwar immer noch nicht legal, aber du begehst zumindest keinen Einbruch (Sachbeschädigung). Wenn du erwischt wirst: Sei höflich, erkläre, dass du nur Fotos machst, und verlasse das Gelände sofort. Besser noch: Frage vorher um Erlaubnis (ja, das klappt manchmal!).
2. "Festes Schuhwerk" ist keine Floskel
Ich bin bei meiner ersten Tour in Turnschuhen in eine alte Fabrik gegangen. Ergebnis: Ein rostiger Nagel bohrte sich fast durch die weiche Sohle. Lost Places sind voller Gefahren am Boden:
- Scherben und Metallschrott
- Morsche Holzböden
- Offene Schächte unter Laub
Pro-Tipp: Trage Wanderschuhe mit durchtrittsicherer Sohle (S3 Sicherheitsschuhe sind der Goldstandard). Schau dir dazu auch unsere Kategorie "Lost Places" im Ausrüstungsplaner an.
3. Der "Urbex-Codex" ist heilig
In der Szene gibt es eine goldene Regel: "Take nothing but pictures, leave nothing but footprints." (Nimm nichts mit außer Fotos, lass nichts da außer Fußspuren).
Vandalismus (Graffiti, Scheiben einschlagen) ist ein absolutes No-Go. Wir sind Beobachter, keine Zerstörer. Wenn du einen Ort so verlässt, wie du ihn vorgefunden hast, hilfst du, ihn für andere zu bewahren.
4. Gehe niemals allein
Es klingt wie ein Klischee aus einem Horrorfilm, aber es ist lebenswichtig. In verlassenen Gebäuden gibt es oft keinen Handyempfang. Wenn du durch eine morsche Treppe brichst und allein bist, kann dir niemand helfen.
Ein "Buddy" ist deine Lebensversicherung. Außerdem machen die Erkundung und das gemeinsame Rätselraten über die Geschichte des Ortes zu zweit viel mehr Spaß.
5. Asbest und Schimmel sind unsichtbare Feinde
Verfall riecht modrig. Aber manche Gefahren riecht man nicht. Alte Gebäude sind oft mit Asbest belastet oder voller Schwarzschimmelsporen.
- Vermeide es, Staub aufzuwirbeln.
- Trage in Kellern oder stark verfallenen Gebäuden eine FFP3-Maske.
- Fasse keine Isolierungen oder Dämmwolle an.
6. Die Suche nach Locations ist der halbe Spaß
Am Anfang war ich frustriert, weil niemand mir die Adressen cooler Spots verraten wollte. "Location-Trading" ist in der Szene verpönt, um die Orte vor Vandalismus zu schützen.
Ich lernte, selbst zu recherchieren: Google Earth, alte Zeitungsartikel oder lokale Foren. Oder du nutzt Mutrail: Wir haben eine kuratierte Liste von Orten, bei denen der Zugang oft geduldet ist.
Lost Places auf Mutrail finden
7. Vertraue deinem Bauchgefühl
Es gab Momente, da stand ich vor einem Gebäude und hatte einfach ein "schlechtes Gefühl". Vielleicht war die Struktur zu instabil, vielleicht waren komische Leute in der Nähe.
Die Lektion: Dreh um. Kein Foto ist es wert, deine Gesundheit zu riskieren. Ein guter Urbexer weiß, wann er abbrechen muss.
Fazit
Urban Exploring ist eines der faszinierendsten Hobbys überhaupt. Es ist eine Zeitreise in die Vergangenheit. Wenn du dich gut vorbereitest, die Regeln respektierst und die richtige Ausrüstung dabei hast, wirst du Momente erleben, die du nie vergisst.
Bereit für deinen ersten Spot? Checke jetzt unsere Karte und filtere nach "Lost Place".